Fallstricke beim Abschluß von Kaufverträgen eines Einfamilienhauses bzw. einer Eigentumswohnung

Notar Dr. Jörg LockeOhne Notar geht es nicht – immozippel im Gespräch mit Dr. Jörg Locke, Notar der Berliner Kanzlei Busse & Miessen

Karsten Zippel: Dr. Locke, Sie sind als Notar seit weit mehr als zehn Jahren in Berlin tätig. Worauf müssen Immobilienkäufer laut Ihrer Erfahrung besonders achten?

Dr. Locke: Die Immobilienkäufer sollten zunächst darauf achten, daß keine übereilten Entscheidungen getroffen werden. Das gilt sowohl für den Kauf eines Baugrundstückes als auch für den Kauf eines bereits errichteten Wohnhauses, sei es nun ein freistehendes Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte bzw. auch eine Eigentumswohnung. Lage, Preis und die finanziellen Möglichkeiten des Käufers müssen stimmen. Jeder sollte sich konkret für seine Situation ausrechnen, „wieviel“ er sich leisten kann.

Karsten Zippel: Grundstückskauf und Hauserwerb ohne Notar – geht das?

Dr. Locke: Zu einem Grundstück im Rechtssinne gehört das auf dem Grundstück befindliche Wohngebäude. Sowohl ein Grundstückskaufvertrag über ein unbebautes Grundstück als auch ein Grundstückskaufvertrag über ein bebautes Grundstück bedarf immer der notariellen Beurkundung.

Karsten Zippel: Welche Fallstricke gibt es Ihrer Erfahrung nach beim Abschluß von Kaufverträgen eines Einfamilienhauses bzw. einer Eigentumswohnung und worauf ist besonders zu achten?

Dr. Locke: Beim Ankauf eines gebrauchten Einfamilienhauses sollte vor allem sorgfältig auf den tatsächlichen baulichen Zustand geachtet werden. Maßgebend auch für die entsprechenden Regelungen im Kaufvertrag, der Verkäufer wünscht hier regelmäßig einen Ausschluß der Garantie, ist der tatsächlich vorhandene Zustand. Es empfiehlt sich, hier im Vertrag genau den Zustand festzuhalten. Klare und eindeutig Regelungen liegen im Interesse beider Vertragsparteien.

Die Beurkundungspflicht soll den Käufer vor einer übereilten Entscheidung schützen. Grundsätzlich darf jeder Käufer und jeder Verkäufer darauf vertrauen, dass durch den Notar eine unparteiische Beratung erfolgt. Der Notar ist oftmals auch der „Übersetzer“ der komplizierten juristischen Regelungen, zumal das Grundstücks- und Grundbuchrecht im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammt. Der Notar hilft auch bei der Vorbereitung des Vertrages, wenn es gilt im Grundbuch eingetragene Rechte und deren Bedeutung für den vorgesehenen Verkauf zu prüfen.

Karsten Zippel: Herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Dr. Locke, Notar, Rankestraße 8, 10789 Berlin
Tel. 030 – 226336-0
E-Mail: buero.locke@berlin.busse-miessen.de

 

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